“Wo gehobelt wird, fallen Späne: Inkassoanwälte” – Zahlen zum Inkasso des RA Andreas Schneider

Thomas Seethaler, Caritasverband Heidelberg e.V.

In der Anwaltschaft und sonstigen Juristenwelt wird Jochim Wagners Buch “Vorsicht Rechtsanwalt: Ein Berufsstand zwischen Mammon und Moral” (Link s.u.) heftig diskutiert.

An dieser Stelle einige Zahlen, die dort auf Seite 174 zu RA Andreas Schneider, der bekanntlich Vodafone, 1&1 und andere Telekommunikationsanbieter vertritt, genannt werden. Unter der Überschrift “Wo gehobelt wird, fallen Späne: Inkassoanwälte” heisst es, dass von RA Schneider allein im Jahr 2009

  • 900.000 Inkassoverfahren abgewickelt worden seien,
  • 200.000 von diesen seien in das gerichtliche Mahnverfahren gegangen,
  • 4.000 Fälle hätten dann gerichtlich geklärt werden müssen.

Sind doch ganz interessant diese Zahlen, auch wenn Herr Schneider in meiner Praxis nur noch relativ selten auftaucht, weil offensichtlich BFS große Teile seiner Mandate übernommen hat.

Aus den Zahlen kann man ableiten:

  • Rund 80% der „Fälle“ werden geräuschlos abgewickelt.
  • Nur in den seltensten Fällen kommt es überhaupt zu Widerstand gegen Forderungen/Forderungsbestanteilen.

D.h. zusammengefasst, dass die These, dass Inkassounternehmen wirklich sehr erfolgreich arbeiten, stimmt, weil die betroffenen Schuldner in aller Regel alle zusätzlichen Kosten – berechtigte wie unberechtigte – hinnehmen, sei es aus Unkenntnis oder Angst. Zugespitzt könnte man sagen, dass das Inkassowesen eine „Gelddruckmaschine“ ist.

Link zum erwähnten Buch: