Weiterhin rückgängige Zahl von Insolvenzverfahren – aktuelle Ergänzung

Thomas Seethaler, Caritasverband Heidelberg

Wie das Statistische Bundesamt heute in einer Pressemitteilgung bekannt gab, sinkt die Anzahl der eröffneten Insolvenzverfahren in Deutschland weiterhin. Dies gilt sowohl für Unternehmensinsolvenzen als auch für Verbraucherinsolvenzverfahren.

Die Zahl der Unternehmnsinsolvenzen verringerte sich im April 2015 um 3,1% gegenüber dem April 2014.

Bei den Verbraucherinsolvenzen kam es sogar zu einem Rückgang von 5,9%. Demnach wurden im April 2015 in Deutschland 6.603 Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Hinzu kommen 1.665 eröffnete Regelinsolvenzverfahren von ehemals Selbstständigen (+ 0,1%).  Von Januar bis April 2015 wurden insgesamt 27.007 und damit 7,1% weniger Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Damit setzt sich der seit 2010 zu beobachtende Trend rückläufiger Insolvenzverfahren in Deutschland fort. Abgesehen von Fakten wie guter Konjunktur und verringerter Arbeitslosenzahlen, kann man über andere Ursachen derzeit nur mutmaßen.

Ergänzung vom 14.07.2015

Auch der Verein Creditreform e.V. und BÜRGEL melden rückläufige Verbraucherinsolvenzahlen.

Laut einer Pressemitteilung vom 17.06.2015 von Creditreform betrug der Rückgang der Verbraucherinsolvenzverfahren im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 8,1% bzw. 3.670 Verfahren. Insgesamt seien 40.200 Verfahren eröffnet worden. Woher der Verein schon 14 Tage vor Ablauf des Halbjahres diese Zahlen herhat, bleibt wie immer unklar.

63,7 % aller Verbraucherinsolvenzen betreffen laut der Mitteilung Männer. Insolvente Frauen seien häufig jünger als insolvente Männer.

BÜRGEL meldet gar für das erste Quartal 2015 einen Rückgang von 8,7%. Der Rückgang sei ausschließlich auf „weniger Arbeitslosigkeit und höhere Löhne – so lautet die einfache Formel für sinkende Privatinsolvenzen“ zurückzuführen.

Beobachtet wird weiterhin ein Nord-Süd-Gefälle bei den Verbraucherinsolvenzen. Spitzenplätze belegen Bremen, Niedersachsen und Hamburg, wohingegen Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen die wenigsten Insolvenzen melden.

Der Trend steigender Verbraucherinsolvenzverfahren in der Altergruppe „61 Jahre und älter“ sei hingegen gestoppt. Hier seien die Fallzahlen um 8,6% gesunken – welche Ursachen dies haben könnte, bleibt wie die gesamte Datenbasis des „Schuldenbarometers“ unklar.