Überschuldung im Alter – Gründe, Auswirkungen und sozialpädagogischer Handlungsbedarf

Anna Kußmaul, Blaustein

Die vorliegende explorative Studie beschäftigt sich mit dem Thema der Überschuldung im Alter. Anhand von dreiundzwanzig qualitativen Interviews mit Expertinnen, Experten und betroffenen älteren Personen werden die Gründe einer Überschuldung im Alter, die Auswirkungen auf die betroffenen Personen über 60 Jahren und der daraus entstehende sozialpädagogische Handlungsbedarf untersucht.

Bei der Auswertung konnte bei dem Vergleich mit anderen Altersgruppen festgestellt werden, dass es bei Personen über 60 Jahren zum einen zu einer veränderten Gewichtung der Überschuldungsgründe kommt und zum anderen, dass weitere altersspezifische Gründe bestehen. Dabei wurde in dieser Studie ein „Ursachenfolgenzusammenhang“-Modell entwickelt. Es zeigt, dass bestimmte Ursachen eine Folge von Ereignissen auslösen können, welche zu einer Überschuldung führen können. Somit können die einzelnen Gründe nicht isoliert betrachtet werden. Bei den Auswirkungen zeigte sich ebenfalls eine starke Wechselwirkung. Dabei werden sowohl der finanzielle, der gesundheitliche als auch der psychosoziale Bereich beeinträchtigt. Hieraus ergibt sich, dass ältere Personen ein besonderes Beratungs- und Hilfeangebot benötigen.

Aufgrund dessen besteht ein sozialpädagogischer Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen. Hierzu gehören Präventionsmaßnahmen, der Ausbau sowie die Verbesserung der Schuldenberatung, die Implementierung von aufsuchenden Beratungsangeboten, die Verbesserung des Zugangs der Zielgruppe, Empowermentstrategien sowie Case Management und politische Maßnahmen.

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