Die Redaktion gratuliert dem AK InkassoWatch

Anfang November sollen erstmals Details zur nationalen Umsetzung der EU-Restrukturierungsrichtlinie zu erwarten sein, heißt es aus informierten Kreisen. Während wir also diesbezüglich noch etwas warten müssen, tut sich auf anderer Seite schon Konkretes:

Seit Herbst 2015 setzt sich der AK InkassoWatch (www.inkassowatch.org), ein überregionaler Arbeitskreis aus Wissenschaft, Verbraucherschutz und Praktikern der Schuldnerberatung kritisch und verbandsunabhängig mit den Beitreibungsmethoden und Abrechnungspraktiken von Inkassounternehmen und Mahnanwälten auseinander.

Der Arbeitskreis hat für die Praxis ein Prüfschema für die Berechtigung von Inkassokosten erstellt; Mitglieder mit Anwaltszulassung vertreten Schuldner erfolgreich in Gerichtsverfahren; regelmäßig werden Inkassopraktiken bei den Aufsichtsgerichten bemängelt. Der AK InkassoWatch war im Beirat der Evaluation des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken (den Bericht finden Sie hier) und hat auch eine eigene Stellungnahme veröffentlicht. Mehrfach wurde er vom Fernsehen im Zusammenhang mit Recherchen für Reportagen zum Inkasso(un)wesen angefragt und beteiligt. Neben Öffentlichkeitsarbeit und Einsatz für und in Einzelfällen war als Ziel klar, dass sich das Inkasso(kosten)recht ändern muss. Das geschieht nun auch: Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat im September einen Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht veröffentlicht.

Nachdem sich im bisherigen Recht nicht nur die Kostenfrage sehr unbefriedigend darstellt, will der Entwurf neben den zentralen Änderungen bei den Geschäfts- und Einigungsgebühren unter anderem die doppelte Inanspruchnahme von Schuldnern durch Inkassounternehmen und Rechtsanwälte ausschließen und dafür sorgen, dass über die Folgen einer Nichtzahlung und der Abgabe eines Schuldanerkenntnisses vom Inkassounternehmen informiert werden muss; u.a. soll ferner auch die Inkassoaufsicht gestärkt werden.

In den letzten vier Jahren hat sich der AK InkassoWatch einen überregionalen Namen und bundesweite Anerkennung erarbeitet. Ausdrücklich wurde der AK InkassoWatch nun auch vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz eingeladen, den Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht zu prüfen und eine Stellungnahme abzugeben.

Das verdient doch eine ausdrückliche Erwähnung und Anerkennung! Das Beispiel zeigt auch: Es lohnt sich nicht nur, es ist auch absolut notwendig, sich über die wichtige und zentrale Einzelfallarbeit hinaus zu engagieren, um Änderungen auf struktureller Ebene zu erreichen!

Die Redaktion des Infodienst Schuldnerberatung freut sich für den und mit dem Arbeitskreis InkassoWatch über das Erreichte!