Internet und Onlinehandel – Änderungen zum Widerrufsrecht und Fernabsatzhandel

Bärbel Sterlinski, Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart

Seit dem 13.06.2014 gilt einheitlich in der EU bei allen im Internet abgeschlossenen Kauf- und Dienstleistungsverträgen ein vierzehntägiges Widerrufsrecht. Das gilt für Downloads, Bestellungen und auch für telefonisch oder im Internet abgeschlossene Strom-oder Gaslieferungsverträge.

Neu dabei ist, dass der Widerruf aktiv ausgesprochen werden muss. Ein wirksamer Widerruf kann per Brief, Mail oder Fax zur Kenntnis gegeben werden. Ein einfaches zurück schicken der bestellten Ware reicht nicht mehr. Nach erfolgtem Widerruf muss der Besteller die Ware innerhalb von 14 Tagen zurück schicken, der Händler muss den Kaufpreis innerhalb der nächsten 14 Tage zurück erstatten.

Bisher galt für die Erstattung des Kaufpreises für den Händler eine Frist von 30 Tagen. Ist die Widerrufsbelehrung fehlerhaft oder fehlt sie ganz, so verlängert sich die Widerrufsfrist auf 12 Monate. Die bisher unbegrenzte Widerrufsfrist wird seit 13.06.2014 auf ein Jahr beschränkt.

Bisher waren Rücksendungen für den Kunden kostenfrei, wenn der Warenwert 40,00 Euro überstieg. Dies kann ab jetzt anders sein. Die Warenrücksendung wird für den Besteller kostenpflichtig, sofern der Händler vorab darüber informiert. Der Kunde muss dann diese Kosten übernehmen.