Index der gerichtlichen Zwangsvollstreckung 2020

Nicolas Mantseris, Neubrandenburg 2020

In diesem Beitrag wird der Index der gerichtlichen Zwangsvollstreckung weitergeschrieben. Es ist der dritte Bericht dieser Art. Der Index beschreibt den Vollstreckungsdruck gegenüber Privathaushalten.

Die Beiträge für 2018 und 2019 können hier gefunden werden.

Kernaussagen:

  • Der Index sinkt um einen Punkt auf 70 im Vergleich zum Vorjahr
  • Die Dynamik der Entspannung kommt zum Erliegen
  • Die Anzahl der Verbraucherinsolvenzverfahren und der Mahnverfahren ist gegenüber 2018
    gestiegen

In vielen gesellschaftlichen Bereichen wird das Jahr 2020 eine Zäsur sein. Die Pandemiesituation und die politischen Reaktionen darauf werden es schwer machen, im Nachhinein die Entwicklungen dieses Jahres mit denen der Vorjahre zu vergleichen. Das Aussetzen bestimmter Regelungen der Beitreibung und der Insolvenz sowie eine beispiellose Geldschwemme der Regierung zur Erhaltung der Liquidität, die in Teilen auch Privathaushalten zu Gute kommt, verändern das Geschehen im Bereich der Zwangsvollstreckung. Die Auswirkungen eines möglichen wirtschaftlichen Abschwungs und damit zu erwartende steigende Zahlungsprobleme privater Haushalte werden voraussichtlich erst in den kommenden Jahren deutlich wahrnehmbar werden. Des Weiteren führt die erwartete Reform der Insolvenzordnung zu einer Wartehaltung bei den betroffenen, überschuldeten Privathaushalten. Sie wollen die angekündigte umgehende Verkürzung des Verfahrens auf 3 Jahre für sich nutzen. Das ist auch in der Statistik wahrnehmbar. Unmittelbar nach der Reform ist mit einer starken Nachfrage nach Verbraucherinsolvenzverfahren zu rechnen.

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