Gekündigte Verbraucherdarlehen verjähren schon nach drei Jahren und nicht nach 10 Jahren!? (Ergänzung)

Die LAG Schuldnerberatung Hamburg e.V. meldet, dass nun auch das Landgericht Bremen wie zuvor schon das LG München I und LG Hamburg) am 1.4.2019 (Az. 2 O 1604/18) entschieden hat, dass Verbraucherdarlehen, die durch den Darlehensgeber gekündigt werden, in drei Jahren nach §§ 195, 199 BGB verjähren. Die zehnjährige Verjährungsfrist nach § 497 Abs. 3 S. 3 BGB sei auf gekündigte Verbraucherdarlehen nicht anzuwenden. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten, ob der Kläger Berufung einlegt.  (Quelle und mehr: www.fsb-bremen.de/ (Meldung 4.4.2019).

Für die Beratungspraxis gilt nun, zukünftig eine evtl. Verjährung von Forderungen aus Verbraucherdarlehen genauer zu prüfen.

Ergänzung:
Gegen die Entscheidung des LG München wurde – wie im weiterführenden Link erwähnt – Berufung beim OLG München eingelegt und hatte dort offensichtlich Erfolg. Laut einem Schreiben der EOS Holding GmbH  wurde die Entscheidung des Landgerichts mit Urteil vom 29.01.2019 (5 U 3708/18) aufgehoben. Dies teilt Stefan Freeman (Diakonische Bezirkstelle Esslingen) mit. Eine Veröffentlichung in allgemein zugänglichen Quellen hat noch nicht stattgefunden.

„KollegInnen und ich haben schon mehrmals erfolgreich die Einrede der Verjährung auf dem Hintergrund der Hamburg- und Münchenurteile erhoben (Targobank, RA Heyl in alten Postbankforderungen). EOS wehrt sich aber dagegen.“

Damit scheint das Thema also längst noch nicht „durch“ zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung in dieser Frage entwickelt und ob es gfs. zu einer höchstrichterlichen Entscheidung kommt.