Bericht über eine Zukunftswerkstatt zum Tabuthema „Geld“

Kurzzusammenfassung: Helmut Peters, September 2005

Heben Sie den Schatz …

Einer allein kann das nicht schaffen. Die Expertise zur Zukunftswerkstatt ist ein Füllhorn, aus dem Anregungen mitgenommen werden sollen und dürfen. Sie kann über Marius Stark, SKM-Bundesgeschäftsstelle (stark@skmev.de), angefordert werden. Verbunden mit der Veröffentlichung und Verbreitung besteht die Hoffnung, dass viele Menschen aus den erarbeiteten Vorschlägen für das eigene Handeln schöpfen und sich an neue Sichtweisen zum Thema heranwagen. Es geht um eine Zukunft mit mehr Finanzkompetenz.

Hintergrund

Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am 27. Oktober 2004 der Einladung der Ligen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin und Brandenburg und der Landesarbeitsgemeinschaft LAG Schuldner- und Insolvenzberatungen Berlin nach Potsdam.

Dahinter stand eine Idee des Vorbereitungskreises zur bundesweiten Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) 2004. Unter dem Motto „Knete, Kohle, Kröten – Wir reden über Geld, redet mit“ sollten möglichst vielfältige Gruppierungen zum Tabuthema Geld in einen Dialog gebracht werden.

Die ursprüngliche Planung ging von 16 parallel laufenden Zukunftswerkstätten in allen Bundesländern aus. Dies gelang jedoch aus finanziellen Gründen noch nicht. Dass es dennoch gelang, zu dieser einen Werkstatt einzuladen, ist dem großen Engagement der Ligen, insbesondere Frau Ruth Keseberg-Alt, und dem hartnäckigen Einsatz von Herrn Marius Stark, Sprecher der AG SBV, zu verdanken.

Ablauf und Ergebnisse

Neben Schuldnerberaterinnen und -beratern nahmen auch Lehrer, Studenten, Kindertages-stättenleiterinnen, Psychologen, Jugendberater, etc. teil. Diese berufliche Vielfalt spiegelte sich letztlich auch in den Ergebnissen wieder, die hier mit ein paar Stichpunkten skizziert sind:

  • Familie in Bewegung:
    Befähigte Eltern leben im Tauschrausch. In Zeiten von Hartz IV ist Phantasie gefragt, um mit dem geringen Einkommen auszukommen. Die Tauschbörsen boomen und bieten vielen Möglichkeiten, sich Notwendiges auch ohne Geld zu beschaffen und gleichzeitig Fähigkeiten und Fertigkeiten außerhalb einer Arbeitsstelle sinnvoll einzubringen.
  • Normen und Werte in neuen Farben:
    Regelmäßig einen „Fit for Money“ – Tag durchführen. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden, sondern vielleicht einfach mal streichen. Warum soll es nicht im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung, die sich ja mittlerweile etabliert hat, einen „Fit for Money“ – Tag geben (vergleichbar mit dem Buy nothing day). Mit vielfältigen kreativen Aktionen könnten Schuldnerberatungsstellen mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen ins Gespräch kommen.
  • Die Schuldengeschichte aufschreiben:
    Zu Reportern der eigenen Geschichte¹ werden. Die Diakonie Krefeld & Viersen hat sich an der bundesweiten Aktion beteiligt, indem Ratsuchende, in der offenen Sprechstunde gebeten wurden, ihre persönliche Schuldengeschichte kurz aufzuschreiben. Das Ergebnis ist eine Fülle von teilweise erschütternden und ernüchternden Lebenszeugnissen von Menschen, die zum Teil seit Jahren unter ihren Schulden und deren Folgen leiden.

Ausblick

Neue Methoden und Arbeitsformen sind gefunden. Nun geht es darum, das in der Zukunftswerkstatt Erarbeitete zu nutzen und in konkrete Planungen einzubinden. Das Team Zukunftswerkstatt (zukunft-2004@web.de) würde sich freuen, gemeinsam mit Ihnen Ziele zu Prävention, Bildung und Zusammenarbeit zum Thema Finanzkompetenz weiter zu entwickeln. Vorüberlegungen zu parallel stattfindenden zweitägigen Zukunftswerkstätten in jedem Bundesland mit gemeinsamer Auswertung und Erfahrungsaustausch-Treffen sowie zu Zukunftswerkstätten gemeinsam mit betroffenen Schuldnerinnen und Schuldnern gibt es bereits.

Haben wir Sie neugierig auf die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt gemacht? Dann fordern Sie die Expertise an (Helmut Peters, Diakonie Krefeld & Viersen, Westwall 40, 47798 Krefeld, Tel. 02151/3632039, Fax  02151/3632029).

¹ Ein Ansatz dieses Konzeptes ist bei der Aktionswoche 2005 realisiert worden.