Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2012 erschienen

Das Statistische Bundesamt hat die Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen für das Jahr 2012 vor kurzem herausgegeben. Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von 238 Schuldnerberatungsstellen aus ganz Deutschland. Sie beinhalten anonymisierte Daten von mehr als 84.000 beratenen Personen mit deren Einverständnis.

Die Basisstatistik kann eine sozialwissenschaftliche Untersuchung über Überschuldungsverläufe, Bewältigungsstrategien usw. nicht ersetzen, aber sie ist ein wichtiger Baustein für eine Analyse der sozialen Situation in Deutschland. Sie gibt besser als alle anderen in Deutschland erhobenen Daten Auskunft über die Lebenslage überschuldeter Menschen.

Aufgrund der großen regionalen Unterschiede bei der Beteiligung in den Bundesländern und verbunden mit einem Nord-Süd-Gefälle lassen sich die ermittelten Strukturen und Werte nicht uneingeschränkt auf das gesamte Bundesgebiet übertragen. Allerdings sind die Angaben aufgrund der hohen Fallzahlen als weitgehend repräsentativ anzusehen.

Die Überschuldungsstatistik ist eine Lebenslagenstatistik und erlaubt keine Aussagen über die Gesamtzahl der überschuldeten Haushalte und Personen.

Kernergebnisse:

  • häufigster Auslöser für Überschuldung bleibt der Verlust des Arbeitsplatzes (26 %)
  • 28 % aller Überschuldeten sind alleinlebende Männer
  • 14 % der Überschuldeten waren alleinerziehende Frauen
  • 55 % der Schulden entfielen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Unter 25-Jährige haben überdurchschnittlich hohe Schulden bei Telefongesellschaften
  • Personen zwischen 25 und 35 Jahren nutzen am häufigsten das Angebot der Schuldnerberatung (26 % aller beratenen Personen)
  • 7 % waren zu Beginn der Beratung noch keine 25 Jahre alt; überdurchschnittlich häufig war unwirtschaftliche Haushaltsführung der Auslöser für die finanzielle Notsituation (21 %). Hauptauslöser der Überschuldung war aber auch in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit (29 %).
  • 19 % der Beratungsfälle, die im Jahr 2012 die Beratung beendet haben, konnten ihre Schulden mit Hilfe der Beratungsstelle außergerichtlich regulieren, bei 39 % wurde ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt.

Die Ergebnisse finden Sie zusammengefasst in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes und ausführlich im Tabellenband.

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