Erfahrungsbericht Schuldnerberatung

Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart

Die Schuldnerberatung ist ein spannendes, vielfältiges und interessantes Arbeitsfeld für Sozialpädagog*innen/Sozialarbeiter*innen. Hier finden Sie einen Kurzbericht einer aktiven Schuldnerberaterin und drei Kurzberichte von Praktikantinnen der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart.

Meine Erfahrungen in der Schuldnerberatung von  Carola Benker (aktive Schuldnerberaterin seit 2012)

Im Jahr 2008 nahm ich mein Studium der sozialen Arbeit in Würzburg an der Hochschule für angewandte Wissenschaften auf. Bis zu meinem Praxissemester im Jahr 2010 habe ich noch nie davon gehört, dass die Schuldnerberatung zum Arbeitsfeld der sozialen Arbeit zählt. Durch Umwege kam ich zu einem Praktikumsplatz in der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart, wo ich ca. 6 Monate in die Arbeit eines Schuldnerberaters hineinschnuppern durfte.

Eine Zeit, in der ich viel lernte! Die Begriffe Mahnbescheid, P-Konto, Pfändungsfreigrenze, Verbraucherinsolvenzverfahren und viele andere begegneten mir damals zum ersten Mal.

Im Laufe des Praktikums habe ich wertvolle Tipps für meine eigene berufliche aber auch private Zukunft und Weiterentwicklung gesammelt. Ich setzte mich mit den Themen und Folgen von Kontoführungsgebühren, Dispokredit und ähnlichem auseinander, die ich auch im Alltag gebrauchen konnte.

Da den Klienten immer empfohlen wurde ein Haushaltsbuch zu führen, versuchte ich mich ebenfalls daran. Ich kann Ihnen sagen, es war ganz schön mühsam! Aber es hat sich gelohnt, ich konnte einige Quellen finden, bei denen ich Geld einsparen konnte.

Nach meinem Studienabschluss 2012 hatte ich das Glück, dass ich über die PräventSozial gemeinnützige GmbH eine Anstellung bei der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart bekam. Bald folgten meine ersten eigenen Fälle, die ich mit tatkräftiger Unterstützung meiner Kollegen bearbeiten konnte.

Die Arbeit ist herausfordernd, da man ständig in sich ändernden Rechtsbereichen auf dem Laufenden bleiben muss und jeden Tag mit anderen Persönlichkeiten zu tun hat. Dieses stellt für mich persönlich genau die richtige Mischung aus Alltagsgeschäft und Neuem/Anderem dar.

Der administrative Bereich dieser Arbeit ist nicht höher ist als in vielen anderen Bereichen der sozialen Arbeit auch, da mit der Zeit immer mehr Dokumentation von den Kostenträgern gefordert wird.

Zur Vorbereitung/Begleitung in der beruflichen Praxis kann eine Fortbildung im Bereich der Schuldnerberatung absolviert werden. Für die weitere fachliche Qualifizierung während der Berufsausübung gibt es eine Vielzahl an Fort- und Weiterbildungen, aber auch Praxisforen speziell für Schuldnerberater.

Als Einstiegsberuf erscheint mir die Wahl der Schuldnerberaterin genau richtig. Man bekommt Einblick in die Lebenswelten der Klienten; von der Antragsstellung auf ALG II bis hin zum Rentenantrag habe ich allerlei Anträge das erste Mal in meinem Leben gesehen und mich mit den Klienten gemeinsam durch den Antragsdschungel geschlagen. Auch für mich selbst war und ist es bis heute ein Erfolgserlebnis, wenn einem Antrag ohne weitere Nachfragen oder Korrekturen stattgegeben wird.

Durch die Kooperation mit diversen Fachdiensten bekommt man schnell einen Überblick über die Vielfältigkeit und Reichweite der eigenen Arbeit. Besonders spannend an diesem Beruf finde ich die multiplen Problemlagen, die die Klienten mitbringen. Teilweise ist es möglich die Klienten zu unterstützen, teilweise vermittelt man an andere Beratungsstellen weiter und manchmal kann man die Klienten so weit unterstützen, dass sie mit der Zeit selbst in der Lage sind z.B. Befreiungsanträge etc. zu stellen.

Nun genug von der Theorie, ich entführe Sie an einem Beispielfall in die Praxis:

Frau C. kam im Alter von 27 Jahren das erste Mal zu mir. Im Erstgespräch kristallisierte sich sehr schnell die schwierige soziale Situation der Klientin heraus. Die Schulden entstanden, weil der Vater sie aus der Familie verstoßen hat und sich weigerte sie weiterhin finanziell zu unterstützen. Zu allem Überfluss ging ihr damaliger Arbeitgeber, der zeitgleich ihr Lebensgefährte war mit seiner Firma insolvent. Als dieser erfuhr, dass sie schwanger war trennte er sich von ihr und Frau C. wusste von heute auf morgen nicht mehr was sie tun sollte.

Frau C. erhielt Unterstützung bei der Antragsstellung auf Sozialleistungen, bei der Suche nach einer möglichen Unterkunft und einige Tipps für Anlaufstellen, bei denen sie sich mit der aktuellen Situation auseinandersetzen und Pläne für die Zukunft schmieden konnte.

Nach ca. sechs Monaten, als die Schulden wieder eine übergeordnete Rolle spielten, wurden die Gläubiger angeschrieben. Nachdem die Schuldenhöhe feststand war klar: Für Frau C. stelle ich einen Stiftungsantrag zur Schuldenregulierung!

Zum Glück stimmte die Mehrheit der Gläubiger, die die Mehrheit der Summe der Verbindlichkeiten besaß zu, so dass zwar der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan scheiterte, aber alle Voraussetzungen zur Beantragung eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans vorlagen.

Nach der Beantragung dauerte es noch acht Monate bis zum endgültigen Beschluss und der Auszahlung der Vergleichsbeträge. Ihre soziale Situation wurde zunehmend besser und sie fand in der Zwischenzeit einen Job und lernte einen neuen Mann kennen, mit dem Sie in der Zwischenzeit nach Düsseldorf zog.

Frau C. ist heute schuldenfrei, verheiratet und lebt glücklich mit ihrem Mann und deren gemeinsamen Kind in Düsseldorf.

Erfolgsgeschichten wie diese zeigen mir jeden Tag aufs Neue wie wichtig die soziale Schuldnerberatung ist und lassen mich auch schwierige Momente vergessen. Deshalb kann ich nur empfehlen: Wer auf der Suche nach einem abwechslungsreichen, interessanten und spannenden Arbeitsfeld der sozialen Arbeit ist, sollte sich als Schuldnerberater/in bewerben.

Ich würde es sofort wieder tun!

 

Hier finden Sie noch 3 Kurzberichte von Praktikantinnen der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart um weitere Eindrücke aus der Praxis zu erhalten.

Meine Erfahrungen in der Schuldnerberatung von Maike Watzlawik

Die Schuldnerberatung als Arbeitsfeld habe ich zuerst an meiner Hochschule kennengelernt. Dort wurden uns erste Grundkenntnisse in der Schuldnerberatung mit auf den Weg gegeben. Mit der Theorie in der Tasche habe ich dann 2016, in meinem praktischen Studiensemester bei PräventSozial gGmbH, die reale Arbeitswelt kennenlernt. Einen Teil meines praktischen Studiensemesters dufte ich als Hospitantin in der Schuldnerberatung verbringen. In dieser Zeit konnte ich Einblicke in die Arbeit gewinnen, die mir, wie sich später herausstellte, noch Jahre später von großem Nutzen waren und sind:

Begonnen wurde mit der alphabetischen Einordnung von eingehenden Forderungen. Dabei folgte auch schon die erste Erkenntnis: Es werden sehr viele Forderungen von Gläubigern verschickt und jeder möchte die sofortige Begleichung der entstandenen Schulden. Hier musste ich lernen genau zu arbeiten, alle Gläubiger mussten mit der richtigen Forderungssumme erfasst werden und über den Einsatz der SchuldnerberaterInnen benachrichtigt werden. Es folgte auch die zweite Erkenntnis: Nicht jede Forderung ist gleich wichtig und die höchste Forderung ist nicht immer die wichtigste. Die Priorisierung war somit entscheidend. Bei der Priorisierung war wichtig ob Forderungen von Energieversorgern unter den vorhandenen Briefen waren, die das Leben des Schuldners beeinflussen könnten, z.B durch eine Stromsperre. Solche Forderungen wurden dann bevorzugt bearbeitet, um schlimmere Konsequenzen zu verhindern. Nach der Sortierung folgte auch die Überprüfung der Forderungen, denn (wichtige Erkenntnis!) Gläubiger hätten gerne mehr Geld als ihnen zusteht. Öfter als ich dachte wurden Kosten geltend gemacht die nicht rechtens waren und somit auch nicht anerkannt werden mussten. Wer hier den Überblick verliert, zahlt schnell hunderte von Euro aus Unwissenheit an die Inkassobüros. Bei der Schuldnerberatung wird also nichts hastig und vorschnell erledigt, sonst droht einem in der Papierflut der Verlust des Überblicks. Dazu kam der Faktor Zeit. Die Zeit bis zur eigentlichen Anmeldung einer Insolvenz kann sich ganz schön ziehen. Schnelle Erfolge hat man selten, meistens ist es ein zäher Kampf mit Gläubigern über Vergleiche oder Ratenzahlungen. Die Gründe für die finanzielle Lage sind dabei häufig schwerwiegend und beeinflussen auch die Arbeit, hinter jedem Fall steckt ein menschliches Schicksal: Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder eine Trennung führen oft zugleich zum finanziellen Ruin. Auch damit ist man in der Schuldnerberatung konfrontiert, man arbeitet nicht nur an der Ordnung der Finanzen, sondern auch ein Stück weit an einer Ordnung des Lebens, einem Aufbau von Perspektiven für ein Leben nach den Schulden und auch der Verhinderung einer erneuten Verschuldung. Bei jedem Fall besteht die Möglichkeit das Leben des Schuldners nachhaltig zum Besseren zu verändern. Das gelingt nicht immer, nicht jeder Fall in der Schuldnerberatung wird positiv abgeschlossen, aber jeder einzelne positive Fall bietet dem Klienten eine Chance auf ein neues, glückliches, schuldenfreies Leben.

Heute arbeite ich im Betreuten Wohnen und begleite Menschen mit sozialen Schwierigkeiten wie z.B Straffälligkeit, Sucht und auch finanziellen Schwierigkeiten. Ich bin sehr oft mit Geld oder auch dem Fehlen von solchem und daraus resultierenden Schulden konfrontiert. Jedes Mal wenn KlientInnen mit Forderungen zu mir kommen und Hilfe suchen denke ich an die Zeit in der Schuldnerberatung zurück. Mit diesem Wissen kann ich eine erste Einschätzung geben, die ersten nötigen Schritte in die Wege leiten und geringere Summen mit den KlientInnen selbst regulieren. Ich habe ein wichtiges Handwerkszeug für meine tägliche Arbeit und die Weitervermittlung, bei großen Summen und vielen Gläubigern (was meistens der Fall ist), in die Schuldnerberatung fällt mir sehr leicht, denn ich habe erlebt was für tolle Arbeit die Schuldnerberatung in Stuttgart leistet!

 

Kurzbericht für den Infodienst Schuldnerberatung von Ulrike Megerle

Im Herbst 2012 begann ich mit meinem Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt in Würzburg. Ich startete in das Studium mit dem eigentlich sicheren Entschluss später in der Kinder- und Jugendhilfe zu arbeiten. Darum entschied ich mich im dritten Semester für ein Seminar mit dem Titel „Schuldenprävention bei Jugendlichen“ zu belegen, ohne zu wissen was so genau auf mich zukommt.

Das Seminar wurde von dem Geschäftsführer der Schuldner- und Insolvenzberatung Würzburg geleitet. Er erklärte uns worum es in der Beratung ging und was für Menschen in die Beratung kommen.

Den Vortrag fand ich so interessant, da man den Personen in Ihrem Alltag wirklich praktisch helfen konnte, dass ich mich entschied mein sechsmonatiges Praxissemester in der Schuldner- und Insolvenzberatung zu absolvieren. Da ich aus Stuttgart komme, entschied ich mich dazu das Praktikum in der Zentralen Schuldnerberatung in Stuttgart zu absolvieren. Glücklicherweise konnte mir in dieser Zeit auch ein Praktikumsplatz angeboten werden.

Es waren anstrengende sechs Monate in denen ich sehr viel gelernt habe. Dadurch dass ich keine Vorkenntnisse hatte war alles neu für mich. Meine beiden Praktikumsanleiter wurden nicht müde mir alles genau zu erklären, sodass ich nach einiger Zeit auch selbstständig arbeiten konnte und mit den KlientInnen zum Beispiel ihre Unterlagen durchgehen und sortieren konnte. Auf die erste selbst zusammengestellte und erfasste Akte war ich ziemlich stolz. Gegen Ende des Praktikums konnte ich dann meinen Anleitern immer mehr Arbeit abnehmen.  Mir war klar: Nach dem Studium möchte ich in der Schuldnerberatung arbeiten. Besonders gefiel mir das strukturierte Arbeiten und das den Klienten am Ende der Beratung wirklich geholfen war und sie meist in ein schuldenfreies Leben starten konnten.

Nach meinem Praxissemter musste ich mich für einen Studienschwerpunkt entscheiden. Dies fiel mir besonders leicht, da die Schuldnerberatung in den Schwerpunkt „Resozialisierung und Gefährdetenhilfe“ fiel. So kam ich erstmals mit dem Thema Straffälligenhilfe in Kontakt und  lernte kennen welche Arbeitsfelder dieser Bereich  beinhaltet.

Nach dem Studium war für mich klar ich möchte im Bereich der Straffälligenhilfe arbeiten, am liebsten in der Schuldnerberatung. Im Frühjahr 2016 konnte PräventSozial gemeinnützige GmbH mir glücklicherweise einen Vollzeitstelle im Bereich der Straffälligenhilfe anbieten, aber zunächst keine Stelle in der Schuldnerberatung.

Im Sommer 2017 wurde das Projekt „Schuldnerberatung in Haft“ Baden-Württemberg weit, vom Netzwerk Straffälligenhilfe in Baden-Württemberg GbR eingeführt. Im Zuge dessen konnte ich die Fortbildung zur Schuldnerberaterin absolvieren und konnte bereits im Januar 2018 in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart die ersten Insassen beraten. Die Beratung fand zunächst unter Anleitung und ab März eigenständig statt.

Die Beratung in Haft unterscheidet sich stark von der Beratung in Freiheit, da die Gefangenen meist nicht mit ihrem Schuldenordner in der Hand inhaftiert werden. Zunächst steht hier die mühsame Aufgabe an die Gläubiger zu ermitteln, was sich oft als besonders schwierig herausstellt, da die Beziehungen zur Familie, PartnerInnen oder EhepartnerInnen zum Teil nicht weiter bestehen, unter Umständen eine längere Flucht vor der Inhaftierung der Fall war und somit keinerlei Unterlagen mehr auffindbar sind. Zudem hat dieser Personenkreis meist deliktische Forderungen wie Wertersatz, Geldstrafen, Schadensersatz, Schmerzensgeld und andere Schulden, was eine Regulierung deutlich schwieriger macht, da diese zum Teil nicht restschuldbefreiungsfähig sind.

Damit Sie einen Eindruck erhalten wie die Schuldnerberatung in Haft abläuft ein kurzes Beispiel:

Herr S. ist Mitte fünfzig und zum ersten Mal in Haft. Er befindet sich in Untersuchungshaft, ihm wird vorgeworfen einen Betrug begangen zu haben. Er stellt einen Antrag beim Sozialdienst um mit mir zu sprechen, im Sommer 2018 haben wir das erste Mal Kontakt. In diesem Gespräch möchte er sich nur kurz beraten zum Thema Insolvenz beraten lassen. Ich erkläre Herrn S. dass ein Insolvenzverfahren einiges an Vorarbeit benötigt, die er aus Haft nicht selbst erledigen kann. Auf mein Angebot hin, dass ich ihm helfe geht er dankend ein.

Ich schrieb verschiedene Auskunfteien an, was sie über Herrn S. gespeichert haben. Zugleich nahm ich Kontakt mit den Eltern von Herrn S. auf, die rund 700km entfernt von Stuttgart leben. Ich bat ich sie einen Karton mit den Unterlagen Ihres Sohnes an mich zu senden, wenige Tage später erhielt ich einen Umzugskarton voll Unterlagen. Nun hieß es Briefe öffnen, sortieren und Überblick verschaffen. Es dauerte mehrere Arbeitstage, mich durch eine Vielzahl an ungeöffneten Briefen zu arbeiten. Die Eltern von Herrn S. sind Mitte siebzig und nicht in der Lage dazu die Unterlagen zu ordnen und sind froh die ganzen Briefe abgeben zu können.

Mit Herrn S. spreche ich so gut wie jedes Mal, wenn ich in der JVA bin, da er ständig neue Post von Gläubigern erhält. Inzwischen ist er sehr offen was sein Leben vor der Haft betrifft – er erzählt mir, wie es zu der Schuldsumme von rund 100.000€ kam. Sein Leben vor der Haft war eigentlich geregelt und bodenständig, denn er hatte eine gut bezahlte Arbeit, eine Wohnung, ein Auto und war bis dato nie straffällig geworden. Er lernte eine Frau kennen und verliebte sich Hals über Kopf in sie. Für sie nahm er Kredite auf, leaste Autos und mietete eine Wohnung an. Als das Geld zuneige ging war die Frau weg und Herr S. kam in Haft. Durch die Haft entstehen ihm nun weitere Schulden z.B. durch die Gerichtskosten.

Inzwischen habe ich einen Überblick über die Gläubigeranzahl und die Schuldsumme. Dafür haben wir fast ein halbes Jahr benötigt.

Die Beratung ist noch nicht abgeschlossen, ich hoffe das Herr S. nach der Haft ein schuldenfreies Leben führen kann.

 

Ein Erfahrungsbericht der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart von Pauline Kanzler

Nachdem ich meine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen und diesen Beruf zwei Jahre ausgeübt hatte, entschied ich mich dazu, ein Studium der Sozialen Arbeit in Freiburg aufzunehmen.

Meine erste Praxisphase im Zeitraum vom 27.08.18- 30.09.18 konnte ich bereits dort absolvieren und freue mich bereits auf meine zweite Praxisphase im Zeitraum vom 11.02.19- 15.03.19.

Das Themenfeld der Schuldnerberatung war für mich neu, dementsprechend gespannt und offen war ich für das Praktikum. Meine Befürchtung, dass die Arbeit sehr rechtslastig und trocken sein wird, wurde nicht bestätigt.

Die Schuldnerberatung beinhaltet viel mehr als nur theoretischen Aspekte und Aktenarbeit. Ich konnte einige Bestandteile der Bandbreite der sozialen Arbeit kennenlernen.

Interessant war unter anderem für mich, dass das Klientel sehr unterschiedlich ist und durch unterschiedliche Problemlagen in die Schuldensituation geraten ist – z.B. durch Sucht, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen u.a.

Mit all diesen Problemlagen der Klienten wird man in der Schuldnerberatung konfrontiert.

 

Trotz eines groben Musters, an dem sich das Vorgehen der Beraterinnen und Berater orientiert, wird im Rahmen der sozialen Schuldnerberatung individuell mit dem einzelnen Klient gearbeitet. Die persönlichen Problemlagen werden betrachtet und sofern notwendig weitere Hilfemaßnahmen durch die Beraterinnen und Berater oder durch die Weitervermittlung an andere Fachdienste eingeleitet.

 

Besonders spannend war für mich auch der Bereich „Schuldnerberatung in Haft“. Es war nochmal eine ganz andere Erfahrung in den geschlossenen Räumen der JVA mit Häftlingen zusammen zu sein und mit diesen zu arbeiten. So konnte ich einen Eindruck vom inneren eines Gefängnisses und seinen Strukturen bekommen.

Die ganze Gefängnisatmosphäre hat etwas Einschüchterndes, jedoch ist die Arbeit keine andere als außerhalb der Gefängnismauern.

 

Abschließend kann ich sagen, dass ich nach meiner ersten Praxisphase nicht ausschließen möchte, dass ich mich nach meinem Studium in diese Richtung orientieren werde, was zuvor keine Option für mich war. Dementsprechend gespannt bin ich nun auf meine zweite Praxisphase.