2014: Erneuter Rückgang der Verbraucherinsolvenzen

Thomas Seethaler, Caritasverband Heidelberg e.V.

Das Statistische Bundesamt hat heute die Zahlen über die Insolvenzverfahren im Jahr 2014 veröffentlicht. Die Zahl der Veraucherinsolvenzen ist gegenüber dem Jahr 2013 um 5,4% gesunken. Insgesamt wurden 86.298 Verbraucherinsolvenverfahren gezählt. Damit wurden zum vierten Mal in Folge weniger Verbraucherinsolvenzen registriert als im entsprechenden Vorjahr.

Die Insolvenzen von Personen, die früher einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind, lagen mit 20.473 Fällen um 1,7 % über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmensinsolvenzen sind ebenfalls stark gesunken (7,3%) und haben damit den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 erreicht. Gegen Jahresende beobachteten die Gerichte allerdings wieder einen Anstieg der Zahlen. Im Bereich der Verbraucherinsolvenzen wurde im Dezember 2014 ein Plus von 2,4 % registriert.

Zahlen aus Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurden 2014 insgesamt 7.484 Anträge auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt, dies bedeutet einen Rückgang von 3,4 % gegenüber 2013. In 14 Fällen wurde die Eröffnung mangels Masse abgewiesen. In 347 Fällen wurde das Verfahren durch Annahme eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanes vermieden, das sind ca. 4,6%. In anderen Bundesländern ist die Quote der festgestellten SB-Pläne deutlich niedriger, in Niedersachsen z.B. liegt sie bei ca. 1,5%, bundesweit bei rund 1,8%.

Hinzu kommen in BW weitere 2.672 Eröffnungsanträge ehemals Selbstständiger (+1,7%). In 229 Fällen wurde die Eröffnung mangels Masse abgewiesen, in 47 (ca. 1,9%) Fällen konnte ein Insolvenzverfahren durch ein Schuldenbereinigungsplanverfahren erfolgreich vermieden werden.

Interessant auch die Angaben zu den voraussichtlich ausgefallenen Forderungen, die bei den Verbraucherinsolvenzen bei 488,7 Millionen Euro liegen, bei den Verfahren ehemals Selbstständiger hingegen bei 573,8 Millionen Euro, insgesamt also 1,062 Milliarden Euro. Bundesweit lagen die voraussichtlichen Forderungshöhen bei rund 8,705 Milliarden Euro.

Datengrundlage

Da der Statistik des Bundesamtes die offiziellen Meldungen aller Insolvenzgerichte in Deutschland zugrunde liegen, sind die Zahlen des Statistischen Bundesamtes von besonderer Relevanz. Bei anderen Stellen, die regelmäßig Zahlen über Insolvenzverfahren veröffentlichen, ist oft unklar, welche genaue Datengrundlage die gemeldeten Zahlen überhaupt haben und sind deshalb wenig belastbar.

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 11.03.2015