Weiterer Rückgang bei Verbraucherinsolvenzverfahren

Wie der INDat Report in seinem aktuellen Heft vom 26.7.17 meldet, gehen die Zahlen der Verfahren der natürlichen Personen weiter zurück. Für das erste Halbjahr 2017 werden nur noch 38.589 Verbraucherverfahren gemeldet, was bei einer Vorjahreszahl von 42.183 einen Rückgang von 8,52 % bedeutet. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich eine Anzahl von ca. 77.000 Verfahren für 2017. Bei den Regelinsolvenzen natürlicher Personen fällt der Rückgang mit 4,72 % bei einer Gesamtzahl im ersten Halbjahr von 10.266 geringer aus. Insgesamt sind nach jetzigem Stand für 2017 97.500 Verfahren mit beantragter Restschuldbefreiung zu erwarten.

Die Wirtschaftsauskunftei CRIFBÜRGEL (eine Verschmelzung der CRIF-Konzerntöchter DELTAVISTA und BÜRGEL) geht gar nur von bis zu 95.000 Privatinsolvenzverfahren für das laufende Jahr aus.

CRIFBÜRGEL berichtet in einem Newsletter vom 31.07.2017, dass sich derzeit 676.428 Bundesbürger in der Wohlverhaltensperiode befinden. 

Die meisten Schuldner kommen aktuell aus Nordrhein-Westfalen (168.049), Niedersachsen (86.068) und Bayern (74.191). Bezogen auf die Bevölkerungszahl befinden sich vor allem Einwohner in Bremen (134 je 10.000 Einwohner) in der Wohlverhaltensperiode. Aber auch in Niedersachsen und im Saarland (je 109) sowie in Schleswig-Holstein und Hamburg (je 106) warten viele Privatpersonen auf die Erteilung der Restschuldbefreiung. In Baden-Württemberg (57) und Bayern (58) gibt es die wenigsten Privatpersonen, die sich derzeit in einem Insolvenzverfahren befinden.

Die Zahl der Personen in der Wohlverhaltensphase ist im Vergleich zum Vorjahr (692.612) um 2,6 Prozent zurückgegangen.

Derzeit warten in Deutschland 393.579 Männer im Rahmen des Privatinsolvenzverfahrens auf den Schuldenschnitt gegenüber 282.849 Frauen. Dieses Ungleichgewicht zeigt sich ebenso in der relativen Betrachtung. Auf 10.000 männliche Einwohner kommen 107, die sich in der Wohlverhaltensphase befinden (Frauen: 70 je 10.000).

Knapp 70.000 der betroffenen Privatpersonen sind zwischen 18 und 30 Jahren alt und müssen damit schon in einer frühen Lebensphase ein Privatinsolvenzverfahren durchlaufen. Absolut gesehen befinden sich in der Altersgruppe der 41 bis 50-Jährigen die meisten Privatpersonen in der Wohlverhaltensphase (189.239). Anders sieht es in der relativen Betrachtung aus – hier stehen die 31 bis 40-Jährigen mit 166 Fällen je 10.000 Einwohner an der Spitze der Statistik. Oder anders formuliert: 1,66 Prozent der Privatpersonen zwischen 31 und 40 Jahren durchlaufen derzeit ein Insolvenzverfahren. Besser sieht es für die älteren Bundesbürger aus. In dieser Altersgruppe befinden sich nur 39 von 10.000 Einwohnern in einem Privatinsolvenzverfahren.