Untervermietung einer kompletten Wohnung kann fristlose Kündigung rechtfertigen – AG Berlin-Mitte vom 27. Januar 2017, Az. 21 C 55/16

Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Ein Mieter hat jedoch keinen Anspruch auf Zustimmung zur Untervermietung der gesamten Wohnung. Überlässt ein Mieter unbefugt seine komplette Wohnung zum Gebrauch rechtfertigt dies eine fristlose Kündigung des Mietvertrags, selbst wenn der Gebrauch durch Familienangehörige oder Lebenspartner erfolgt.

Eine Untervermietung setze ein gewisses Interesse des Mieters an der Aufrechterhaltung der Sachherrschaft über die Wohnung und dem Behalt der Wohnung voraus, urteilte das Gericht. Daran fehle es regelmäßig, wenn der Mieter Dritten den Gebrauch des Mietobjekts vollständig überlässt und kein Interesse an der Mitbenutzung besteht. Eine solche Gebrauchsüberlassung stelle alleine für sich einen fristlosen Kündigungsgrund dar. Etwas anderes könne im Fall einer beruflichen oder krankheitsbedingten Abwesenheit gelten.