U25-jährige und Auszug aus der elterlichen Wohnung – LSG Niedersachsen-Bremen vom 2. Februar 2017, Az. L 11 AS 983/16.B.ER

Wenn eine heranwachsende Antragstellerin aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht mehr auf die Wohnung ihrer Mutter verwiesen werden kann (§ 22 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 SGB II), dann besteht keine vorrangige Leistungsverpflichtung des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe nach § 41 SGB VIII, sofern die Zielsetzung dieser Hilfe für junge Volljährige nicht mit der gemäß dem SGB II erbrachten Hilfeleistung identisch ist. Nur im entsprechenden Fall ist die Bewilligung von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen (§ 10 Abs. 3 Satz 1 SGB VIII, § 12a Satz 1 SGB II).

Hiervon ist aber nicht auszugehen, wenn das Jugendamt auf der Grundlage des § 41 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII lediglich den Einsatz einer ambulanten Betreuungshelferin in einem Umfang von maximal fünf Wochenstunden, aber nicht gemäß § 41 Abs. 2 SGB VIII in Verbindung mit § 39 Abs. 1 Satz 1 / Abs. 2 Satz 1 SGB VIII auch die Zurverfügungstellung einer angemessenen Unterkunft finanziert. mh