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Empirische Studie zur Wirksamkeit von Schuldnerberatung und zur Lerngeschichte überschuldeter Menschen, vorgelegt vom SKM Köln

In einem Evaluationsprojekt zur Wirksamkeit von Schuldnerberatung hat der SKM Köln eine zweijährige wissenschaftliche Studie durchgeführt. Die wissenschaftliche überprüfte Argumente für die Wirksamkeit und den Nutzen von Schuldnerberatung geben wir nachfolgend auszugsweise wieder. Die Studie liegt als unveröffentlichte Präsentation von Astrid Kuhlemann und Ulrich Walbrühl bzw. als von uns daraus erstellte PDF-Datei vor.

Konkrete Ergebnisse:

Die durch die Stadt Köln zur Verfügung gestellte Hilfe zum Lebensunterhalt für die Betroffenen konnte um fast ein Drittel reduziert werden. Der Effekt entstand dadurch, dass ein Teil der Klienten seine Berufstätigkeit wieder aufnehmen konnte. Monatliche Ersparnis für die Stadt Köln: € 12.062,43, Jährlich; € 144.749,16 !!

Die Anzahl der Gläubiger pro Schuldner sank, da oft Gläubiger mit geringen Forderungen als erstes berücksichtigt wurden. Nach einem Jahr um rd. 12%. Folge: Bessere Übersicht für Schuldner.

Nach einjähriger Beratung konnte die Verschuldung der SKM-Klienten um durchschnittlich fast 1/6 reduziert werden.

Die Arbeitssituation hat sich nach 1-jähriger Beratung verbessert:
Die Anzahl der Klienten mit gesicherter Arbeit ist um ca. 70% gestiegen.
Die Anzahl der Klienten ohne Berufstätigkeit ist um ca. 20% gesunken.

Es gelingt in fast allen Fällen,  die Wohnungssituation der SKM-Klienten zu sichern.

Die Klienten der Schuldnerberatung gaben an, dass sich ihr Überblick und ihre Zuversicht durch die Beratung deutlich gesteigert haben. Der Effekt war statistisch hoch signifikant und nachhaltig: Auch in der Follow-up-Befragung konnte der Effekt deutlich nachgewiesen werden.

Die Selbstaussagen zu Selbstbewusstsein, Gesundheit und Wohlbefinden zeigen, dass auch in diesen Bereichen deutliche und nachhaltige Effekte eintreten.

Hintergrundbefragung:

Familiengeschichte:
Nur ein knappes Drittel hat Geldknappheit bereits im Elternhaus erlebt. Die meisten lebten in normalen oder sogar gut situierten Verhältnissen.

Nur ein geringer Teil der Klienten hat die Erfahrung gemacht, dass die Eltern Kredite aufnahmen, aber nicht zurückzahlen konnten. In über 85 % der Familien wurden Schulden entweder nicht gemacht oder problemlos abbezahlt.

Aber:
Weniger als ¼ der Klienten hatten im Elternhaus die Chance, durch regelmäßiges Taschengeld frühzeitig den Umgang mit Geld zu erlernen. Der Rest lernte nicht, eine bestimmte Summe systematisch einzuteilen, weil sie entweder Geld erhalten konnten wann immer sie wollten, oder unregelmäßig bzw. gar kein Geld erhielten.

Schulbildung:
Mehr als 90 % besitzen einen Schulabschluss, der zur Erlangung  eines Berufsabschlusses befähigt. Fast 1/5 weist sogar die Berechtigung zum Besuch einer (Fach-)Hochschule auf.

Berufsausbildung:
Ein verhältnismäßig hoher Anteil (ca. 40 %) verfügt nicht über eine  Berufsausbildung. Nur 60 % haben einen Beruf erlernt. Nur 1/3 derjenigen, die studieren könnten, haben dies getan.

Berufstätigkeit:
Obwohl knapp zwei Drittel eine Ausbildung besitzen, arbeiten aktuell 56 % in einer angelernten und somit  eher unsicheren Tätigkeit.

Wirtschaftliche (Un)-Erfahrenheit:
Nur etwa ein Viertel der Klienten der SB haben einen zufriedenstellenden Wissensstand zu Geld und Kreditverkehr.

Schuldnerberatung als Lernfeld:
26 % haben gelernt, dass Schuldnerberatung ihnen hilft!

Bei 17,5 % hat sich der emotionale Umgang mit der Überschuldung geändert.
z.B.: gelassener sein, weniger Schamgefühl haben

38 % haben relativ allgemeine Einsichten erworben
z.B.: Bewusst mit Geld umgehen.

17,5 % können ein konkretes Thema benennen
z.B.: Umgang mit Gläubigern

17,5 % führen konkrete Handlungen an, die sie erlernt haben
z.B.: immer zuerst Miete bezahlen, Terminvereinbarung mit Gläubigern

(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die Studie liegt als gezippte Powerpointpräsentation bzw. als PDF-Datei hieraus vor.


Astrid Kuhlemann/Ulrich Walbrühl (2004): Empirische Studie zur Wirksamkeit von Schuldnerberatung und zur Lerngeschichte überschuldeter Menschen. Werkstattbericht Nr.1 vom 30.1.2004, unveröffentlichte Präsentation, Gummersbach

Übersandt von Marius Stark, SKM-Zentrale, 6.2.04

 

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