Zuletzt aktualisiert am 23.07.2006, Stefan Freeman, Diakonische Bezirksstelle Esslingen
23.07.2006
Neueste Armutszahlen: das DIW hat die neuesten Armutsquoten erhoben
Das DIW hat die neuesten Armutsquoten in einer bislang noch nicht veröffentlichten Studie erhoben (s. Links Süddeutsche Zeitung unten).
Wichtige Ergebnisse:
- Reiche Deutsche verdienen immer mehr, der Rest ist von der Lohnentwicklung abgeschnitten: Die Einkommensunterschiede hierzulande sind so groß wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Auch die Zahl der Armen erreichte im Jahr 2005 einen Rekordwert.
- Der Gini-Koeffizient (Maß für soziale Ungleichheit, Max. Gleichheit = 0, max. Ungleichheit = 1) ist zwischen 2001 und 2005 von 0,27 auf 0,29 gestiegen. Im Osten von 0,20 auf 0,25.
- Die Armutsquote (60%) ist zwischen 2003 und 2005 von 13,6% auf 17,3% gestiegen - die höchste Zahl seit Beginn der Datenerhebung 1984. In Ostdeutschland lebt mehr als jeder fünfte unter der Armutsschwelle.
- Laut DIW sei die Hauptursache die Massenarbeitslosigkeit und die nachlassende Leistungsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme. Die Spreizung der Löhne im Rahmen der Globalisierung ist ein weiterer Grund für die wachsende Ungleichheit. "Dagegen konnten die Wohlhabenden wegen der Senkung der Spitzensteuersätze ihr Nettoeinkommen erhöhen." Ihr Einkommen stieg inflationsbereinigt zwischen 1994 und 2004 um durchschnittlich 1,5% jährlich.
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