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Zuwächse von Privatkonkursen im Land deutlich unter Bundesergebnis Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 12.5.04
Gläubiger fordern durchschnittlich 210 000 Euro je Insolvenzverfahren von Privatpersonen "Im vergangenen Jahr wurden von den Amtsgerichten im Land über 6 000 Insolvenzverfahren von Privatschuldnern entschieden und damit rund 20 Prozent mehr als 2002", sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Gisela Meister-Scheufelen, heute vor der Presse. Damit hat Baden-Württemberg im Bundesvergleich bei der Zunahme der Insolvenzen die drittniedrigste Quote. Lediglich in Sachsen-Anhalt nahm die Zahl der Privatkonkurse weniger stark zu (+7,4 Prozent), in Bremen kam es sogar zu weniger gerichtlichen Regelungen bei privaten Verschuldungen als im Vorjahr (-7,8 Prozent). Im Bundesdurchschnitt wurde ein Zuwachs von 31,1 Prozent registriert.

In Baden-Württemberg war fast die Hälfte der 6 000 Privatkonkurse Verbraucherinsolvenzen. Ihre Zahl nahm gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent zu, von 2 096 auf 3 038. Ein weiteres Drittel der Insolvenzen von Privatpersonen betraf ehemals selbständig Tätige. Bei diesem Personenkreis rühren die Schulden noch aus der Zeit ihrer aktiven Unternehmertätigkeit. Bei rund einem Zehntel der nicht unternehmerischen Schuldner handelt es sich um ehemals vollhaftende Gesellschafter. Wie das Schaubild zeigt, haben bei der Insolvenzhäufigkeit von Privatpersonen im Bezug auf die Bevölkerungszahl Bayern und Baden-Württemberg im Jahr 2003 mit 57 und 58 auf 100 000 die wenigsten Insolvenzen. Dagegen musste Bremen mit Abstand die meisten Insolvenzverfahren je Einwohner hinnehmen. Bundesdurchschnitt entfielen 74 Insolvenzverfahren von Privatpersonen auf 100 000 Einwohner. Einen weiteren Aufschluss zum Insolvenzgeschehen im Bundesvergleich gibt die Höhe der Verschuldung. Die Durchschnittsverschuldung der insolventen Personen Baden-Württembergs lag mit knapp 210 000 Euro leicht über dem Bundesdurchschnitt von 186 000 Euro. Die geringsten Forderungen je Insolvenzverfahren wurden im Saarland, in Bremen, in Nordrheinwestfalen und in Hamburg festgestellt. Mit durchschnittlichen Forderungen von 373 000 Euro je Insolvenzverfahren waren in Berlin Privatpersonen am höchsten verschuldet.
Hierzu hat Thomas Seethaler, Caritasverband Heidelberg einen Kommentar geschrieben.
Pressemitteilung und Kommentar als PDF-Datei.
19.07.2004
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