Statistische Zahlen zu Verbraucherinsolvenzverfahren im Jahr 2001: Zahl der Insolvenzen steigt weiter an

Nach einer Presseinformation des Verbandes der Vereine Creditreform e.V. hat die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Jahr 2001 einen neuen Höchststand erreich:. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Insolvenzen von insgesamt 41.780 Fälle auf 49.600 Fälle, was eine Steigerung von 18,7 % bedeutet.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im Jahr 2001 um 31,3% gestiegen. Insgesamt wurden 13.600 Verfahren beantragt. Im Jahr 2000 waren es noch 9.000. Deutliche Unterschiede zeigt die Verbraucherinsolvenzentwicklung zwischen Ost- und Westdeutschland: Die neuen Bundesländer verzeichnen wesentlich mehr Zugänge bei den Verbraucherinsolvenzen: Im Osten beträgt die Steigerungsrate in diesem Bereich 67,9 Prozent auf 2.300 Anträge, im Westen sind 25,7 Prozent mehr Privatpleiten zu beklagen als noch vor einem Jahr (11.300 Insolvenzfälle).

Auch der "Schadenspegel" ist durch den Anstieg der Insolvenzfälle gestiegen. Durch Verbraucherinsolvenzen entstanden den Gläubigern nach Angaben der Creditreform im Jahr 2001 Schäden (sprich Forderungsausfälle) in Höhe von 5 bis 6 Mrd. DM. Insgesamt entstanden der Wirtschaft durch alle Insolvenzen im Jahr 2001 Schäden in Höhe von rund 65 Mrd. DM.

Gleichzeitig erhöht sich auch die Zahl der Arbeitsplatzverluste durch Insolvenzen in Deutschland. Nachdem in den letzten drei Jahren die Zahl der betroffenen Arbeitslosen kontinuierlich zurückgegangen war, ist nun eine kräftige Erhöhung festzustellen. Von 290.000 betroffenen Arbeitsplätzen in Westdeutschland im Jahr 2000 klettert die Zahl um 13,8 Prozent auf aktuell 330.000 Stellen. In Ostdeutschland beträgt die Steigerungsrate 9,5 Prozent (2001: 173.000; 2000: 158.000).

Betroffen von Unternehmensinsolvenzen sind in der Hauptsache kleine und mittelständische Unternehmen und Betriebe, die nicht länger als 4 Jahre existieren: "Bei den 22.500 insolventen Unternehmen sind keine fünfzig zu finden, die mehr als 500 Mitarbeiter haben. Für Pleitefirmen gilt: Sie haben wenige Mitarbeiter, machen geringe Umsätze und sind jung. ... Rund 36 Prozent der Pleiteunternehmen mussten bereits vier Jahre nach der Unternehmensgründung Insolvenz anmelden."
Genau also das Klientel, das später als ehemalige Selbständige nach Beratung durch die Schuldnerberatungsstellen drängt.



Thomas Seethaler, Heidelberg, 10.01.2002

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